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Wissenswertes über Billigflug und Flugticket:
- Definition: Der Begriff Billigfluggesellschaft (auch kurz Billigairline, Billigflieger, englisch Low-Cost-Carrier), wird für Fluggesellschaften genutzt, die Linienflüge zu weit unterdurchschnittlichen Preisen anbieten.
(Texte stammen aus der Wikipedia)
- Kennzeichen: Die Kennzeichen von Billigfluggesellschaften sind: Die extremen Billigangebote, mit denen Werbung gemacht wird ("99 Cent"), gelten nur bei frühzeitiger Buchung und/oder nur für ein begrenztes, relativ kleines Kontingent.
Es existiert nur eine Passagierklasse, es wird auf die Unterscheidung zwischen Business- und Economy-Class verzichtet.
Die Freigepäckmengen sind oft sehr gering (Mehrgepäck wird gegen Aufpreis transportiert)
Durch die Nutzung nur einer homogenen Flugzeugflotte werden Reparatur- und Trainingskosten reduziert. In der Regel kommt nur ein Flugzeugtyp zum Einsatz (beispielsweise Ryanair Boeing 737-Serie, Easyjet mit Boeing 737 und Airbus A319 mit einer dichten Bestuhlung (beispielsweise Lufthansa Boeing 737-300: 132 Sitzplätze, Easyjet: 148 Sitzplätze)
Intensivere Flottennutzung (so genannte daily utilisation, beispielsweise bei Easyjet durchschnittlich 10,7 Stunden pro Tag, British Airways etwa 7,1 Stunden) durch kurze Bodenstandzeiten (Turnaround) in der Regel 25 Minuten zwischen zwei Flugereignissen).
Freie Sitzplatzwahl an Bord des Flugzeuges.
Direktflüge zwischen zwei Orten ohne Transfer zu Anschlussflügen (separates Ein- und Auschecken erforderlich), kein mit anderen Fluggesellschaften koordinierter Flugplan.
Anflug von preiswerten Sekundärflughäfen ohne Slot-Restriktionen, ohne großen Verkehr, geringe Abfertigungsgebühren.
Weitestgehender Verzicht auf kostenlosen Service an Bord. Es können Getränke und Snacks gekauft werden (No frills-Konzept) oder die Ausgabe der Verpflegung ist streng reglementiert (üblicherweise maximal 1 Getränk pro Flugpassagier).
Personal: entsprechend der gesetzlichen Mindestbesatzung (so genanntes Crew-Complement), hohe Flexibilität (zum Beispiel Boarding durch Flugbegleiter), niedrige Gehälter.
Kosteneinsparungen durch Direktvertrieb, insbesondere durch Callcenter und über das Internet, Check-In Automaten, ggf. Service-Fees.
Verwaltung: Lean Management (zum Beispiel Germanwings in Köln: etwa 50 Mitarbeiter).
- Entstehung und Entwicklung: Das Modell der Billigfluggesellschaften stammt aus den USA und wurde dort von Southwest Airlines 1971 ins Leben gerufen. Ryanair übernahm das Modell 1991, und expandiert seit 1995 europaweit. Flogen 1994 nur rund 3 Mio. Passagiere Low-Cost, die meisten mit Ryanair, so waren es 1999 bereits etwa 17,5 Mio. Passagiere.
1995 beschloss British Airways die Gründung einer eigenen Low-Cost-Sparte mit dem Namen "GO", die 1998 den Betrieb ab dem Londoner Flughafen Stansted aufnahm. Im gleichen Jahr nahm Easyjet ab London Luton den Flugbetrieb auf. KLM folgte dem Beispiel der British Airways im Jahr 2000 in dem sie die Low-Cost-Airline "BUZZ" an den Markt brachte. In Europa gehören EasyJet und Ryanair zu den erfolgreichsten Billigfluglinien, die mit der Deregulierung im Flugverkehr ihre Passagierzahlen enorm steigern konnten. Seit Ryanair im Februar 2002 100 km von Frankfurt am Main entfernt mit Frankfurt-Hahn eine Basis eröffnet hat und im Herbst 2002 mit Germanwings und HLX zwei deutsche Billigfluggesellschaften vom Flughafen Köln-Bonn gestartet sind, boomen die Billigflieger auch in Deutschland.
- Sonstiges: Die weltgrößten Billigfluggesellschaften :
Im Jahre 2004 beförderte Passagiere und derzeitiger Flottenbestand
Southwest Airlines, USA : 70,9 Millionen / 432 Boeing 737
Ryanair, Irland : 26,583 Millionen / 86 Boeing 737
EasyJet, England : 25,716 Millionen / 64 Boeing 737 und 32 Airbus A319
- Probleme um die Billigfluggesellschaften: Schnelle Aufgaben
Immer wieder gibt es Fälle von neuen Billigfluggesellschaften, die nur kurze Zeit flogen und nach wenigen Monaten, teilweise sogar schon nach wenigen Tagen den Betrieb einstellen müssen. In Deutschland war der bekannteste Fall der Flop von BerlinJet, aber in Europa gibt es noch weitere Fälle.
Irischer Kurzzeitflieger JetGreen Airways
So musste im Mai 2004 das irische Unternehmen JetGreen Airways nach nur einer Woche den Flugbetrieb wieder einstellen. Die 40.000 gebuchten Tickets konnten nicht zurück erstattet werden. Nach Medienberichten saßen mehr als 400 Fluggäste am 12. Mai 2004 in den spanischen Zielorten der Gesellschaft Málaga und Alicante fest. Die Gesellschaft hatte für ihre Flüge von Dublin in die spanischen Zielorte Einstiegspreise von 1 € inklusive Steuern und Gebühren verlangt. Obwohl die Gesellschaft anfangs nur mit einem Flugzeug, einer Boeing 757, operierte, waren nach Firmenangaben Verhandlungen mit weiteren Mittelmeerzielen im Gange. Nach dem Ende von JetGreen Airways kritisierten Politiker, Reisebüros und andere Fluggesellschaft die irische Luftfahrtbehörde wegen der Lizenzvergabe.
Der Flop BerlinJet
2002 gründeten die drei Unternehmer Oliver A. Heinz, Torsten Mache (vorher Betreiber einer Internetagentur) und Klaus Marzinamit (Ex-Lufthansapilot) die BJ Flugreisen GmbH, die unter der Bezeichnung BerlinJet preiswerte Flüge von Berlin-Schönefeld nach München, Paris, Mailand und Nizza angeboten hat. Da BerlinJet über keine eigene Fluglizenz verfügte, sollten Flugzeuge komplett mit Crew gechartert werden.
Für September 2002 wurden erstmals Flüge für 9 € plus Steuern verkauft, die jedoch nie durchgeführt wurden, da es angeblich Probleme mit dem Partner Iberia gab. Am 10. Februar 2003 startete BerlinJet erstmals mit MD Airlines, musste jedoch die Flüge aus finanziellen Gründen bereits am 20. Februar 2003 wieder aufgeben. Aufgrund der anschließenden Insolvenz des Unternehmens wurden die Kosten für die bereits gebuchten, jedoch nicht stattgefundenen Flüge nicht erstattet.
Weitere Pleiten von Billigfluggesellschaften
V Bird (flog vom 23. Oktober 2003 bis zum 8. Oktober 2004 mit der Basis Airport Düsseldorf-Weeze, Niederrhein)
Volareweb.com: Die Billigflugtochter der italienischen Volare meldete am 23. November 2004 Konkurs an. Bereits am 30. Oktober 2004 hatte die Gesellschaft kurzfristig die Flüge von Deutschland nach Italien eingestellt. Aktuell wird noch über eine Zukunft von Volare diskutiert und Investoren gesucht. Im Juni 2005 wurde der Flugbetrieb von Volare wieder aufgenommen. Das Streckennetz beinhaltet hauptsächliich Verbindungen in Italien und wenige Strecken ins europäische Ausland.
- Ausblick: Mittlerweile gibt es auf dem europäischen Markt kaum noch Neugründungen von Billigfliegern. Tatsächlich ist die Zahl abnehmend. Als Beispiele für die Konsoldierung im Billigfliegermarkt können die oben aufgeführten Insolvenzen genannt werden. Weiterhin kommen Fusionen hinzu: Im Oktober 2002 fusionieren easyjet und Go zur neuen größeren easyjet. Im Januar 2003 kaufte Ryanair Buzz, auch unter KLM UK bekannt gewesen, auf. Seit April 2005 gab gexx den Großteil seiner Strecken an die dba ab. Im Gegenzug wurden zahlreiche Flugzeuge vom gexx-Eigner Germania an die dba im Wet-Lease verleast.
Dieser Trend wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach fortsetzen. Mittlerweile gehen Unternehmensberater davon aus, dass das Wachstum in der Branche bis 2010 nur noch ca. 13% pro Jahr betragen wird. In den Jahren vor 2005 konnten noch Quoten von 50% erreicht werden. Ebenso wie Michael O'Leary propagiert, geht nun auch der Unternehmensberater McKinsey davon aus, dass auf Dauer nur drei oder vier Billigairlines überleben werden. McKinsey nennt dabei insbesondere Ryanair, easyJet und Air Berlin.
- Deutsche Billigflieger:
Air Berlin
Centralwings
Transavia
dba (früher Deutsche BA)
EasyJet
Flynordic
Germanwings
Germania
Hapag-Lloyd Express (HLX)
Hapagfly
Helvetic Airways
Iceland Express
InterSky
Niki
Norwegian
Ryanair
SkyEurope
Sterling / maersk
SunExpress
Virgin Express
Wizz Air
- Internationale Billigflug Linien: Vereinigte Arabische Emirate:
Air Arabia
Oman, Bahrain und Vereinigte Arabische Emirate:
Gulf Air Traveller
Vereinigte Staaten von Amerika:
United Airlines "Ted"
Delta "Song"
JetBlue Airways
America West Airlines
ATA American Trans Air
Kanada:
Air Canada "Tango", "Jazz" und "Express"
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